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Kultur in kirchlichen Leitungsämtern ändern

Mit der Frage, wie mehr Frauen in leitende Positionen in der evangelischen Kirche gelangen können, hat sich die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) während ihrer Tagung in Bonn beschäftigt. Die Mitglieder berieten dabei über die Ergebnisse und Empfehlungen einer Kulturanalyse der mittleren Leitungsebene der evangelischen Kirche mit dem Titel "Kirche in Vielfalt führen". Die Untersuchung wurde vom Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie in Kooperation mit dem Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation durchgeführt. "Wichtig ist es für die Zukunft der Kirche, die Attraktivität von hauptamtlichen Leitungsämtern auf der mittleren Ebene für Männer und insbesondere für Frauen, die dort noch unterrepräsentiert sind, zu steigern", sagt die Präses der Synode der EKD, Irmgard Schwaetzer.

"Statt des bisher vorherrschenden Blicks auf die Frauen als unterrepräsentierte Gruppe und ihre ,Befähigung' zur Übernahme von Leitungspositionen, lenkt die Studie den Blick erstmals auf die innerkirchliche Organisationskultur und deren Auswirkungen auf die Attraktivität hauptamtlicher Leitungsämter auf mittlerer Ebene", sagt Jantine Nierop, geschäftsführende Studienleiterin im Studienzentrum für Genderfragen. Die Studie gibt zwölf Handlungsempfehlungen. "Wichtig ist es, Hindernisse für die Übernahme von Leitungsämtern zu beseitigen. Dies geschieht beispielsweise, indem stereotype Rollenbilder abgebaut werden. Frauen werden - meist unbewusst - immer noch Eigenschaften zugeschrieben, die mit aktuellen Führungsbildern nicht konform sind", so Jantine Nierop. Zudem solle die Kirche es ermöglichen, dass in einer Partnerschaft beide (Ehe-)partner eine anspruchsvolle Berufstätigkeit ausüben können. Weiterhin sei es notwendig, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Leitungsaufgaben mit Familienverantwortung vereinbart werden können, so die Studienleiterin. "Jetzt gilt es, Maßnahmen in den Landeskirchen zu erproben, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen, um die mittlere Leitungsebene für mehr Frauen und Menschen in vielfältigen Lebenssituationen zu öffnen", sagt Präses Irmgard Schwaetzer.

Anlass für die Studie war die Beobachtung, dass der Frauenanteil auf der mittleren kirchlichen Leitungsebene derzeit lediglich bei 21 Prozent liegt - bei 33 Prozent Theologinnen im aktiven Dienst. Diese Diskrepanz zeigt der Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland auf, der vom Studienzentrum für Genderfragen in Kooperation mit der Konferenz der Frauenreferate und Gleichstellungsstellen in den Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland herausgegeben wurde.

 


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 14. November 2017 11:58