Studienzentrum

AKTUELL: Coronavirus und Gender

Liebe Interessierte,

auch das Studienzentrum für Genderfragen ist durch das Coronavirus derzeit nicht wie gewohnt tätig. Wir arbeiten größtenteils von zu Hause aus und sind für Sie am besten per E-Mail erreichbar.

Die Auswirkungen dieser weltweiten Pandemie sind momentan überhaupt noch nicht absehbar. Jetzt schon ist aber deutlich zu erkennen, dass diese Krise auch Genderaspekte hat. Ein lesenswertes Arbeitspapier zum Thema "Corona und Gender – ein geschlechtsbezogener Blick auf die Pandemie und ihre (möglichen) Folgen" hat Regina Frey, Politikwissenschaftlerin und Leiterin der Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, verfasst. Ein Dossier mit mehreren Artikeln zum Thema Feminismus in der Corona-Krise findet sich beim Gunda-Werner-Institut. Forderungen für eine geschlechtergerechte Krisenpolitik stellt der Deutsche Frauenrat. Auf internationaler Ebene hat bereits Anfang April der UN-Generalsekretär einen Bericht zu den Auswirkungen von COVID-19 auf Frauen herausgegeben. Auch wir schauen uns in den folgenden Abschnitten einige Genderaspekte der Corona-Krise an.

 

Care-Berufe: dringend gebraucht, trotzdem schlecht behandelt

Viele der jetzt als wichtig erkannten Berufe – v.a. in Medizin, Pflege, Kinderbetreuung, Personal an der Supermarktkasse – sind Berufe, in denen viele Frauen arbeiten. Zugleich bieten diese Berufe schwierige Arbeitsbedingungen (aktuell auch oft wenig Gesundheitsschutz) und niedriges Gehalt. Die eklatante Diskrepanz zwischen der Angewiesenheit einer Gesellschaft auf diese Berufe und ihrer Wertschätzung wird auch unter dem Genderaspekt diskutiert werden müssen. Und auch über einen der Top-Begriffe der Krise, nämlich die Einordnung von Berufen als "systemrelevant", sollten wir noch sprechen, denn während wir uns sicher einig sind, dass die grundlegende Infrastruktur und Versorgung aufrecht erhalten werden muss, so ist es ja auch systemtragend, dass Eltern (vor allem die Mütter) ihre Kinder betreuen, wenn Kitas und Schulen geschlossen sind.

 

Repräsentation in der Krise: Männer vor die Kameras und Mikros

Es ist die Stunde der Wissenschaft, in der Expert*innen verschiedener Fachdisziplinen öffentlich die Corona-Krise erklären. Besonders präsent sind bis auf wenige Ausnahmen in fast allen Bereichen Männer. Fast täglich kommt ein neuer von Männern gemachter Corona-Podcast dazu. Stimmen von Frauen gibt es vor allem in den Bereichen, für die traditionell Frauen als Expertinnen gelten – Erziehung, Pflege, Familienmanagement – aber auch kaum gehört werden. Familien- oder bildungspolitische Forderungen stehen hinter Wirtschaftsthemen. Die Empfehlungen der Leopoldina wurden von 24 Männern und 2 Frauen erarbeitet und enthalten keine Hinweise dazu, wie die fortlaufende Kitaschließung durch die Familien gestemmt werden soll.

Zugleich kristallisiert sich heraus, dass viele der Länder, in denen die Epidemie aus medizinischer Sicht relativ milde verläuft, Frauen als Staatsoberhäupter haben.

Für den Ausgleich: Hier sind einige Tipps für mediale Formate, in denen Expertinnen das Wort haben:

  • Corona: Podcasts von und mit Frauen (Mareice Kaiser auf editionf.com, 9. April 2020)
  • Der Ideen-Podcast des Süddeutsche Zeitung Magazins (mit Theresa Bücker und Lara Fritzsche)
  • Feuer und Brot (aktuell viel Corona-Bezug, sonst auch andere Themen, mit Alice Hasters und Maximiliane Haecke)
  • Twitter-Account BrinkmannLab der Virologin Prof. Dr. Melanie Brinkmann (TU Braunschweig / Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung)
  • Marylyn Addo, Professorin für neu auftretende Infektionskrankheiten am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung, Leiterin des Bernhard Nocht Centre for Clinical Trials und Ärztin am Universitätsklinikum Eppendorf, hat kein regelmäßiges Medienformat, wird aber regelmäßig von verschiedenen Medien um ihre Expertise gebeten, z.B. hier und hier zur Frage nach einer baldigen Impfung (Julia Rathcke im Gespräch mit Marylyn Addo auf rnd.de, 23. Mai 2020 / Thorsten Fuchs im Gespräch mit Marylyn Addo auf rnd.de, 16. Mai 2020)

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat am 27. Mai eine Online-Veranstaltungsreihe gestartet, in der sich Expert*innen aus unterschiedlichen Disziplinen und Perspektiven mit der Corona-Krise befassen. Es sind viele Frauen vertreten: Politikerin und Politikwissenschafts-Professorin Gesine Schwan über „Solidarität und Zusammenhalt in der Krise“ (10. Juni), Philosophin und Sozialwissenschaftlerin Lisa Herzog über „Kein Business as usual. Über die Demokratisierung der Arbeit“ (8. Juli), Politökonomin und Transformationsforscherin Maja Göpel über „Unsere Welt neu und nachhaltig denken“ (22. Juli), Journalistin und Feministin Teresa Bücker über „Corona ist weiblich! Über eine feministische Zukunft“ (5. August). Die Webtalks sind anschließend auch online verfügbar.

 

Ist Corona tödlich für den Feminismus?

Es ist momentan in jeder Hinsicht schwierig, feministische Interessen zu vertreten. Angefangen damit, dass Zusammenkünfte und gemeinsamer Aktivismus im öffentlichen Raum kaum möglich sind: die Themen des Feminismus scheinen gerade auch nicht so "virulent". Tatsächlich wirkt der weiter unten beschriebene spontane Rückzug vieler Frauen in den privaten Raum und der Verbleib der Männer im Erwerbsarbeitskontext erst einmal, als wäre jetzt eben die "natürliche Ordnung" der Geschlechter wieder hergestellt, es läuft einigermaßen, und überhaupt gibt es jetzt wirklich Wichtigeres als die ewigen Debatten um Frauen in Führungspositionen, familienfreundliche Organisationsstrukturen, Alltagssexismus, geschlechtergerechte Sprache und so weiter. Alles Themen, die man in "guten Zeiten" besprechen kann, wenn nicht an allen Ecken und Enden Existenzen bedroht sind. Oder ist nicht vielleicht genau jetzt der Moment, richtig laut zu werden?

 

Männer managen das Büro, Frauen managen die Krise zu Hause

Seit Kurzem wird das Tragen von Mund-Nasen-Masken empfohlen, um andere (nicht sich selbst) vor Viren zu schützen, die beim Atmen und Sprechen entstehen. Aktuell sind in Deutschland nicht genügend professionelle Schutzmasken verfügbar, weshalb überall in Deutschland Menschen in die Eigenproduktion gehen. Ein Blick in die deutsche Medienlandschaft zeigt: An den Nähmaschinen sitzen vor allem Frauen. Frauen stellen ihr Kleingewerbe auf Gesichtsmasken um, Frauen gründen Nähinitiativen, um für die Nachbarschaft oder für eine Hilfsorganisation Gesichtsmasken herzustellen, Frauen zeigen ihre selbst produzierten Gesichtsmasken in sozialen Medien. Auch Männer präsentieren Gesichtsmasken bei Instagram – und loben die Frau, die sie produziert hat.

 

Innerfamiliäre Rollenverteilung: zurück in die 50er?

Da, wo es möglich ist, arbeiten jetzt viele Menschen von zu Hause aus. Homeoffice in der Coronakrise bedeutet, den Spagat zwischen Arbeit, Haushalt und Kinderbetreuung noch einmal ganz neu innerfamiliär auszuhandeln. Es wird sich zeigen, ob sich an der Verteilung der "Care-Arbeit" (unbezahlte Arbeit rund um Familie und Haushalt), die bisher zu großen Teilen von Frauen übernommen wurde, etwas ändert – hin zu gleichberechtigten Anteilen oder hin zu noch stärker traditioneller Verteilung? (vgl. z.B. Equal Care Day).

Es ist auch eine interessante Frage, wie Paare, bei denen nicht beide permanent von zu Hause aus arbeiten können, sich arrangieren. Wessen Job ist "wichtiger", wer "darf" regelmäßig ins Büro, wer arbeitet während der Kernzeiten – und wer bleibt bei den Kindern zu Hause, wer reduziert Stunden, um die Betreuung zu gewährleisten, wer arbeitet frühmorgens oder nachts? Sehr häufig wird bei diesen Fragen einbezogen, wer mehr verdient (hier wäre eine Gehaltseinbuße durch reduzierte Arbeitszeiten schmerzhafter) und wessen Arbeitsstelle sicherer ist. Bereits vor der Krise haben mehrheitlich Frauen in Teilzeit und in weniger gut bezahlten Jobs gearbeitet, sodass in der Krise in vielen Familien finanziell und organisatorisch näher liegt, dass die Frau ihren Job reduziert oder ganz aufgibt. Dies bedeutet innerfamiliäre Abhängigkeiten, direkt spürbar, wenn die Familie von einem Gehalt leben muss, wo vorher oft zwei Personen erwerbstätig waren, und langfristig durch eine Rentenminderung spürbar.

Die Schließung der Kitas und weitgehende Schließung der Schulen offenbart auch, dass das Konzept der Gleichstellung von Männern und Frauen in der Arbeitswelt allein auf dem fragilen System der Betreuungsauslagerung beruht – und nicht etwa auf gleichberechtigter Verteilung der Care-Arbeit in den Familien.

 

Vater, Mutter, Kinder – sonst wird es richtig schwierig

Als wären Patchwork-Familienkonstellationen nicht in "normalen" Zeiten schon kompliziert genug und würden ausreichend Organisationstalent und Logistik binden – die Pandemie macht alles noch schwieriger. Alleinerziehende stehen vor der Wahl, weiter zu arbeiten, die Kinder in die Notbetreuung zu geben und damit ein höheres Infektionsrisiko einzugehen – oder die Kinder selbst zu Hause zu betreuen, auf Einkommen zu verzichten und den Arbeitsplatz zu riskieren. Dazu kommen bei einigen Alleinerziehenden Schwierigkeiten in Bezug auf Sorge- und Umgangsvereinbarungen mit dem anderen Elternteil.

 

Home sweet home? Gewalt im engsten Umfeld nimmt zu

Die lange Zeit des "Eingeschlossenseins" wegen Kontakteinschränkungen und ggf. auch Quarantäne führt in manchen Partnerschaften und Familien, die auf engem Raum zusammenleben, zu einer Verschärfung familiärer Konflikte. Häusliche Gewalt, die häufiger Frauen und Kinder trifft, nimmt zu und wird aufgrund fehlender Außenkontakte (Freundeskreis, Kita, Schule) noch weniger bemerkt. Viele Frauenhäuser sind jetzt schon nicht mehr in der Lage, Neuzugänge aufzunehmen.

 

Schwanger im Lockdown – In komplizierter Erwartung

Es kommt in der Zeit der Kontakteinschränkung zu mehr ungewollten Schwangerschaften, der Zugang zu Beratung in Konfliktsituationen ist aktuell aber eingeschränkt.

Auch Wunsch-Schwangerschaften können momentan schwierige Situationen bereithalten: Hebammen können keine Präsenz-Geburtsvorbereitungskurse anbieten. Einige Kreißsäle lassen zum Schutz vor Infektion nur noch die Gebärenden selbst ein, die in überlasteten Momenten dann zeitweise allein sind. Bezeichnend ist hier übrigens, dass viele Medien den Fokus darauf legen, dass diese Situation für die Väter unerträglich ist.

 

Altersdiskriminierung – in beide Richtungen

Eine sehr kontrovers diskutierte "Exit-Strategie" besteht darin, die weitgehende Isolation durch "Social Distancing" bei älteren und aufgrund von bestehenden Erkrankungen besonders gefährdeten Menschen länger aufrechtzuerhalten, um sie vor Ansteckung zu schützen, während weniger gefährdete Personen schneller zum Alltag zurückkehren könnten. Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden und Vorstandsvorsitzender des Studienzentrums für Genderfragen, und Prof. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie der Universität Heidelberg, warnen in einem Memorandum: "Es darf nicht sein, dass die „Gruppe alter Menschen“ verallgemeinernd zur Risikogruppe erklärt wird. Die Risiken einer Infektion sind im Alter zwar deutlich höher, sie sind aber bei allen Menschen erheblich. Es muss vielmehr in jedem einzelnen Falle ein potenzielles Risikoprofil bestimmt werden." Die verlängerte Isolation würde vor allem Frauen treffen: 74% der 85- bis 90-Jährigen und 63% der 80- bis 85-Jährigen sind weiblich.

Während die Quarantäne älterer Menschen mit dem Argument der Altersdiskriminierung sehr schnell (vorerst) vom Tisch war, trifft es nun allerdings kleine Kinder. Die ersten Lockerungen, beschlossen am 15.4., ermöglichen eine schrittweise Wiederöffnung der Schulen, während für Kindertagesstätten keine Öffnungen geplant sind. Lediglich die Notbetreuung, die bisher Familien in "systemrelevanten Berufen", Alleinerziehenden und Härtefällen zur Verfügung stand, wird ausgeweitet (noch ist nicht klar, für wen genau und in welcher Priorität). Hilfen für Familien, die nun weiterhin gleichzeitig arbeiten und die Betreuung ihrer Kinder gewährleisten müssen, wurden bisher nicht in Aussicht gestellt. Kinder unterhalb des Schulalters monatelang zu isolieren kommt jedoch genauso einer Altersdiskriminierung gleich wie die Isolation alter Menschen. Es ist zu prüfen, ob für Kinder nicht die gleichen Rechte der Diskriminierungsfreiheit gelten müssen wie für Erwachsene.

 

Schaut das Virus wirklich nicht hin? – Wer vom schweren Krankheitsverlauf eher betroffen ist

Gendermedizin ist ein Teil medizinischer Forschung, der sich damit befasst, dass Männer und Frauen unterschiedlich auf Krankheiten reagieren, ihre Krankheitssymptome unterschiedlich sind und Behandlungsmethoden entsprechend geschlechtsspezifisch entwickelt werden müssen. Auch bei Covid-19 (der durch das neue Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit) zeigt sich Geschlechtsspezifik:

Die Krankheit ist für Männer eine größere Gefahr. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind zwei Drittel der an Covid-19 Verstorbenen männlich. Auch die Krankheitsfälle mit schwerem Verlauf treffen mehrheitlich Männer. Es wird vermutet, dass hier geschlechtsspezifische Faktoren (einerseits Hormone und Genetik als biologische Aspekte, andererseits das Verhalten in Bezug auf den eigenen Körper wie Rauchen, Ernährung etc.) eine Rolle spielen. "Es ist jedenfalls so, dass Frauen mit den meisten viralen Infektionen besser zurechtkommen als Männer", sagt der Immunologe Marcus Altfeld in einem Interview über die Geschlechtsunterschiede bei Covid-19.

Schwere Krankheitsverläufe und hohe Todesraten betreffen außerdem gesellschaftlich benachteiligte Gruppen wesentlich stärker. Aus den USA gibt es alarmierende Zahlen darüber, dass infizierte Schwarze besonders häufig an Covid-19 sterben. Erklärt wird dies damit, dass das soziale Milieu erheblichen Einfluss auf die gesundheitliche Verfassung der Menschen hat, und Schwarze Menschen in den USA in dieser Hinsicht strukturell benachteiligt sind. Erschwerter Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, prekäre Jobs mit viel Kontakt zu anderen Menschen statt der Möglichkeit, relativ isoliert im Homeoffice zu arbeiten, mehr Vorerkrankungen wie Diabetes, erhöhter Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – dies sind Faktoren, die einen schweren Verlauf von Covid-19 begünstigen. Es wird sich zeigen, ob der Faktor "Soziale Benachteiligung" auch in Deutschland bald in den Corona-Statistiken sichtbar wird.

Insbesondere Menschen, die sich ihrer eigenen Privilegien wenig bewusst sind, behaupten gelegentlich, das Virus sei "blind" oder "demokratisch" oder ein "Gleichmacher" – um damit auszusagen, dass das Virus für alle Menschen prinzipiell dasselbe Risiko bedeutet. Wir haben in den vorangehenden Abschnitten schon eine Reihe von Aspekten aufgezählt, die zeigen, dass eben nicht alle Menschen gleichermaßen betroffen sind – weder tragen wir alle das gleiche Ansteckungsrisiko noch das gleiche Krankheits- und Sterberisiko noch das gleiche Risiko, die indirekten Folgen durch die Eindämmungsmaßnahmen gut oder schlecht zu verkraften. Für diejenigen unter uns, die ein höheres Risiko tragen, muss die Gesellschaft Forderungen nach ausgleichenden Hilfen stellen, schreibt der Philosoph Jürgen Manemann:

 

Kriegsmetaphorik und "Strafe Gottes"

In den meisten Medien und vielen politischen Stellungnahmen ist zu beobachten, dass rund um das Virus eine Kriegsmetaphorik entwickelt wird. Das Virus ist der Feind, den es zu bekämpfen gilt, unsere Waffen sind physische Distanz, Hygiene, Gesichtsmasken, Finanzhilfen und hoffentlich eines Tages Impfung und Medikamente. Und so weiter. Man kann diese Metaphorisierung mit "Die Pandemie ist Krieg" beschreiben. Wie Hans-Ulrich Gehring von der evangelischen Akademie Bad Boll unter Bezug auf die Publizistin Susan Sontag und ihr Buch "Krankheit als Metapher" beschreibt, führt die Verwendung der Kriegsmetaphorik zu einer gefährlichen Aufheizung einer ohnehin schon verunsicherten Gesellschaft und sollte deshalb besser vermieden werden.

Gleiches gilt für die Behauptung, das Virus sei eine Strafe Gottes. Hierzu gab es am 12. Mai 2020 eine Vorlesung von Prof. Dr. Andreas Grünschloß von der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen: "Zorn Gottes, apokalyptische Prüfung und spirituell basierte Resilienz: Zum religiösen und esoterischen Umgang mit der Corona-Pandemie".

Seit Kurzem formieren sich auch immer mehr Menschen, die sich einer Skepsis über wissenschaftliche Erkenntnisse zum Coronavirus bis hin zu manifesten Verschwörungs"theorien" annähern. Mehrere Prominente fallen besonders auf mit ihrem "Glauben" an diverse Verschwörungen und eine neue Weltordnung. Es ist auffällig, dass bei Demonstrationen gegen Corona-Eindämmungsmaßnahmen zwar auch Frauen vertreten sind, aber Männer doch deutlich in der Mehrzahl sind – so wie auch fast ausschließlich Männer die Wortführer bei den aktuellen Verschwörungs"theorien" sind und ihre Behauptungen in Telegram-Chats, via YouTube und in sozialen Medien verbreiten. Es gibt noch keine gesicherten Erkenntnisse darüber, warum das so ist – erste Gedanken dazu hat Katharina Pühl, Referentin für feministische Kapitalismusanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung, im Video-Podcast "Ausnahme&Zustand" geteilt.

Interessanterweise sind gerade unter denjenigen, die wissenschaftlich über Verschwörungsmythen forschen oder journalistisch dazu recherchieren, Frauen: Zum Beispiel haben Katharina Nocun und Pia Lamberty dieser Tage das viel beachtete Buch Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen (Quadriga 2020) herausgebracht und sind in den Medien zu diesem Thema sehr präsent.

 

Leitungs- und Führungsqualitäten in der Pandemie: Wie man es Angestellten leichter macht (oder auch schwerer)

Die Erkenntnis, dass "business as usual" für viele Menschen gerade kaum zu leisten ist, führt nicht in allen Betrieben und Organisationen dazu, dass Führungskräfte sich überlegen, wie sie ihre Angestellten bestmöglich unterstützen könnten. Einige haben sich immerhin Gedanken dazu gemacht, wie gute Mitarbeiterführung in der Krise aussehen könnte:

 

 

Insbesondere mit dem Thema Digitalisierung der (kirchlichen) Arbeitswelt wird sich das Studienzentrum in naher Zukunft befassen. Uns interessiert, wie die Zukunft der Arbeit in der Kirche aussehen kann, welche Veränderungen durch die Coronakrise auf uns alle zukommen, welche Chancen die Digitalisierung hier bietet und welche Genderaspekte hierbei zu diskutieren sind.

 

Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass Sie bei guter Gesundheit bleiben!

Ihr Team des Studienzentrums

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Bereitschaftstelefon in Krisenzeiten:

Der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt e.V. (KWA) bietet ab sofort ein Bereitschaftstelefon für alle Menschen an, die durch die Folgen der Corona-Krise in ihrer beruflichen und wirtschaftlichen Situation in besonderer Weise betroffen sind. Unter der Nummer

0800 330 15 15

erreichen Sie Mitarbeitende des Verbandes, die den Kontakt zu Seelsorger*innen oder geschulten Berater*innen aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) herstellen. Das Bereitschaftstelefon ist von 10:00 bis 22:00 Uhr besetzt.

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Herzlich willkommen auf den Seiten des Studienzentrums der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen. Was ist das Studienzentrum, wer arbeitet hier und worum geht es bei dieser Arbeit? Außerdem erfahren Sie, was Kirche und Theologie mit Gender zu tun haben und warum Vielfalt für unsere Arbeit von großer Bedeutung ist.

 

Das Studienzentrum
  • unterstützt die Integration von Genderaspekten in das kirchliche Handeln und macht sie für die Entwicklung der Organisation Kirche fruchtbar.
  • wertet Genderforschungsansätze aus verschiedenen Fach- und Forschungsgebieten aus und bereitet sie für verschiedene Ebenen und Handlungsfelder der Kirche exemplarisch auf.
Unser Ziel ist es
  • zur Gestaltung einer Kirche beizutragen, in der die Vielfalt menschlicher Begabungen auf allen Ebenen ohne Einschränkungen durch Geschlechtsrollen und Geschlechtsidentitäten zum Tragen kommt.


Die Ordnung des Studienzentrums der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie können Sie nachlesen.

Alle Reden anlässlich der Eröffnung des Studienzentrums finden Sie auf der Internetseite der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


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Publikationsdatum dieser Seite: 2020-05-29