Studienzentrum

AKTUELLES: Coronavirus

Liebe Interessierte,

auch das Studienzentrum für Genderfragen ist durch das Coronavirus derzeit nicht wie gewohnt tätig. Wir arbeiten größtenteils von zu Hause aus und sind für Sie am besten per E-Mail erreichbar.

Die Auswirkungen dieser weltweiten Pandemie sind momentan überhaupt noch nicht absehbar. Jetzt schon ist aber deutlich zu erkennen, dass diese Krise auch Genderaspekte hat, zum Beispiel:

  • Die jetzt als wichtig erkannten Berufe - v.a. in Medizin, Pflege, Kinderbetreuung, Personal an der Supermarktkasse - sind Berufe, in denen viele Frauen arbeiten. Zugleich bieten diese Berufe  schwierige Arbeitsbedingungen (aktuell auch oft wenig Gesundheitsschutz) und niedriges Gehalt. Die eklatante Diskrepanz zwischen der Angewiesenheit einer Gesellschaft auf diese Berufe und ihrer Wertschätzung wird sicher auch unter dem Genderaspekt diskutiert werden müssen.
  • Die lange Zeit des "Eingeschlossenseins" wegen Kontakteinschränkungen und ggf. auch Quarantäne führt in manchen Partnerschaften und Familien, die auf engem Raum zusammenleben, zu einer Verschärfung familiärer Konflikte. Häusliche Gewalt, die häufiger Frauen und Kinder trifft, nimmt zu und wird aufgrund fehlender Außenkontakte (Freundeskreis, Kita, Schule) noch weniger bemerkt (vgl. z.B. EPD Wochenspiegel: "Missbrauchsbeauftragter besorgt um Kinder in Corona-Isolation"). Viele Frauenhäuser sind jetzt schon nicht mehr in der Lage, Neuzugänge aufzunehmen (vgl. z.B. Frauenhauskoordinierung: "Auch Frauenhäuser und Fachberatungsstellen von Corona-Krise betroffen", EPD Wochenspiegel: "Frauenhäuser kämpfen mit Folgen der Corona-Krise").
  • Es kommt in der Zeit der Kontakteinschränkung zu mehr ungewollten Schwangerschaften, der Zugang zu Beratung in Konfliktsituationen ist aktuell aber eingeschränkt. (vgl. z.B. Doctors for Choice: Schwangerschaftsabbrüche in Zeiten der Corona-Krise)
  • Auch Wunsch-Schwangerschaften können momentan schwierige Situationen bereithalten: Hebammen können keine Präsenz-Geburtsvorbereitungskurse anbieten. Einige Kreißsäle lassen zum Schutz vor Infektion nur noch die Gebärenden selbst ein, die in überlasteten Momenten dann zeitweise allein sind (vgl. BR-Abendschau vom 30.3.: Schwanger in der Corona-Krise: Väter verpassen die Geburt).
  • Homeoffice in der Coronakrise bedeutet, den Spagat zwischen Arbeit, Haushalt und Kinderbetreuung noch einmal ganz neu innerfamiliär auszuhandeln. Es wird sich zeigen, ob sich an der Verteilung der "Care-Arbeit" (unbezahlte Arbeit rund um Familie und Haushalt), die bisher zu großen Teilen von Frauen übernommen wurde, etwas ändert - hin zu gleichberechtigten Anteilen oder hin zu noch stärker traditioneller Verteilung? (vgl. z.B. Equal Care Day).
  • Ein lesenswertes Arbeitspapier zum Thema "Corona und Gender - ein geschlechtsbezogener Blick auf die Pandemie und ihre (möglichen) Folgen" hat Regina Frey verfasst.

Insbesondere mit dem Thema Digitalisierung der (kirchlichen) Arbeitswelt wird sich das Studienzentrum in naher Zukunft befassen. Uns interessiert, wie die Zukunft der Arbeit in der Kirche aussehen kann, welche Veränderungen durch die Coronakrise auf uns alle zukommen, welche Chancen die Digitalisierung hier bietet und welche Genderaspekte hierbei zu diskutieren sind.

Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass Sie bei guter Gesundheit bleiben!

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Herzlich willkommen auf den Seiten des Studienzentrums der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie. Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen. Was ist das Studienzentrum, wer arbeitet hier und worum geht es bei dieser Arbeit? Außerdem erfahren Sie, was Kirche und Theologie mit Gender zu tun haben und warum Vielfalt für unsere Arbeit von großer Bedeutung ist.

 

Das Studienzentrum
  • unterstützt die Integration von Genderaspekten in das kirchliche Handeln und macht sie für die Entwicklung der Organisation Kirche fruchtbar.
  • wertet Genderforschungsansätze aus verschiedenen Fach- und Forschungsgebieten aus und bereitet sie für verschiedene Ebenen und Handlungsfelder der Kirche exemplarisch auf.
Unser Ziel ist es
  • zur Gestaltung einer Kirche beizutragen, in der die Vielfalt menschlicher Begabungen auf allen Ebenen ohne Einschränkungen durch Geschlechtsrollen und Geschlechtsidentitäten zum Tragen kommt.


Die Ordnung des Studienzentrums der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie können Sie nachlesen.

Alle Reden anlässlich der Eröffnung des Studienzentrums finden Sie auf der Internetseite der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).


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Publikationsdatum dieser Seite: 2020-04-06