Untersuchung zum Frauenwahlrecht in der Kirche

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2. Ergänzungsband zum Gleichstellungsatlas erscheint im Januar

Am 12. November 1918 war es soweit: Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern war einen großen Schritt weitergekommen. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums zur Einführung des staatlichen Frauenwahlrechts befasst sich der zweite Ergänzungsband zum "Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland" mit der Entwicklung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts in der evangelischen Kirche. "Das Gros der Landeskirchen führte das aktive und passive Wahlrecht für Frauen aber erst im Nachgang der Gleichstellung auf staatlicher Ebene ein", erzählt Projektleiterin Dr. Antje Buche. "Seit den 1920er Jahren ist der Anteil der Frauen in den Landessynoden deutlich gestiegen. Waren es in den Anfängen vor allem adlige Frauen oder besonders hervorstechende Persönlichkeiten des öffentlichen und kirchlichen Lebens, sind Frauen heute in vielen Synoden gut vertreten", so Buche. Allerdings sei aktuell die Zahl der weiblichen Synodalen in einigen Landeskirchen bereits wieder rückläufig. Woran dies liege, könne aber derzeit nicht beantwortet werden. "Da es zwischen den Landeskirchen nicht nur Trend- sondern auch starke Niveauunterschiede gibt und wir zudem die Gründe für den Rückwärtstrend in einigen Landeskirchen nicht kennen, ist dies schwer zu beurteilen", sagt die Soziologin.

Im Ergänzungsband findet neben einem historischen Abriss, beginnend mit der Frauenbewegung sowie der (mehrheitlichen) Einführung des Wahlrechts in den Landeskirchen mit dem Ende des landesherrlichen Kirchenregiments, auch die aktuelle Situation zur Partizipation in Wahlämtern Berücksichtigung.

Die Publikation wird in Kooperation mit dem Referat für Chancengerechtigkeit der EKD sowie der Die Konferenz der Genderreferate und Gleichstellungsstellen in den Gliedkirchen der EKD erarbeitet und soll im Januar 2019 erscheinen. Sie können den Band bereits jetzt per E-Mail  vorbestellen.

Nicht nur das Studienzentrum befasst sich in diesem Jahr mit dem Jubiläum. Zahlreiche Kampagnen von Landeskirchen und Verbänden wurden auf den Weg gebracht.

In Sachsen sind zwei Veranstaltungen in Kooperation mit der Kirchlichen Frauenarbeit und der Gleichstellungsbeauftragten unter dem Motto: "Damenwahl"  geplant. Am Sonnabend, 19. Januar 2019, von 14 bis 18 Uhr heißt das Thema im Haus der Kirche in Dresden "Damenwahl - auch in der Kirche?". Als Referentin wird Studienleiterin Antje Buche sprechen. Das Frauenmahl am Freitag, 8. März 2019, findet im Dresdener Schloss Albrechtsberg statt.

Auch die Evangelische Frauenarbeit im Referat Erwachsenenbildung des Dezernates Bildung in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beschäftigt sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht - 100 Jahre Evangelische Frauenarbeit. Hierfür gibt es eine extra eingerichtete Homepage  mit Veranstaltungstipps, Chronik, Link und Blog.

Das Frauenmagazin "Zeitpunkte"  vom Kulturradio hat zudem eine recht umfangreiche Berichterstattung zum Jubiläum "100 Jahre Frauenwahlrecht" zusammengetragen, die noch laufend ergänzt wird. Das Angebot ist auch online zu hören, unter:

 


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Publikationsdatum dieser Seite: Donnerstag, 6. Dezember 2018 11:33